Melody minus one. Eine Jagd.

Antje Vowinckel

Melody minus one. Eine Jagd

Produktion: WDR – Studio Akustische Kunst 2016

Seit vielen Jahren sind die Übe-Schallplatten und CDs der Reihe Music minus one bei Musikern beliebt.  Zahlreiche Aufnahmen bekannter Klassik- oder Jazzstücke sind dort ohne die jeweilige Hauptstimme editiert. Auf diese Weise kann man zu Hause im eigenen Wohnzimmer mit professionellen Ensembles proben.

In Analogie zu dieser Serie begann Antje Vowinckel, die Melodien von Dialekten mit ihrer Stimmen zu üben. Sie hörte auf dem Kopfhörer die Originale und näherte sich diesen nach und nach summend an. Anders als bei den Übe-Editionen werden die Fehler allerdings nicht verworfen. – Zusammen mit den Summ-Übungen weiterer Musiker werden sie zum Material der Komposition. Die Dialekte nahm Vowinckel zum größten Teil selbst in einigen abgelegenen Regionen Europas und der USA auf, wo sich der Singsang am besten erhält. Doch der melodiöse Reichtum ist nicht so leicht zu konservieren. Schwierigkeiten des Aufnehmens und Möglichkeiten der digitalen Abbildung mittels Software gehen in eine poetische Reflexion des Kompositionsprozesses mit ein. Am Ende des Stückes deutet sich noch ein anderes Bild des Dialektübens auf der Hinterbühne von youtube an.

Mit Dialektstimmen aus dem Rheinland, vom Hardangerfjord in Norwegen, von der türkischen Schwarzmeerküste, aus Santa Cristina Gela in Sizilien, Senim in Portugal und Summerville in Georgia/USA.

sowie den Imitatoren- Stimmen von :

Serge Baghdassarians, Fernanda Farah, Chico Mello, Marc Sabat und Antje Vowinckel

Bei den Sprachen handelt es sich um Deutsch, Englisch, Norwegisch (Nynorsk) , Mirandes, Albanes und Lasisch.

Das Projekt wurde unterstützt von der Film- und Medienstiftung NRW, dem Kunstnarhuset Messen/Norwegen, dem Smithsonian Institute/Washington, binauralmedia/Portugal und sowie Kurt Andres und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.