Roman im Glas.

2014 | Ars Acustica, Hörspiel,

Kemal – Mehmet Yilmaz
Füsün – Almila Bağrıacik
Füsüns Mutter – Sascha Ö. Soydan
Sibel – Selale Gonca Cerit
Cetin – Kerem Can
Kommandant– Tayfun Kalender
Meltem-Limonaden-Werbung – Eda Elicekli, Özkan Elicekli, Aslıhan Akaya
Bağlama: Taner Akyol
Studio-Wortaufnahmen: Boris Pasternak
Komposition und Realisation: Antje Vowinckel

Zeitgleich zu seinem letzten Roman „Das Museum der Unschuld“ baute der türkische Nobelpreisträger Orhan Pamuk ein gleichnamiges Museum in Istanbul, das alle Gegenstände des Romans in Vitrinen versammelt. In diesem Museum lösen sich die Gegenstände aus der konkreten Geschichte des Romans und gehen neue, zum Teil surreale Verbindungen ein. – Der Transformation des Romans in ein Museum folgt nun die Transformation der Bilder in eine Klangkomposition. Das Bild der Vitrinen ist als akustische Metapher in Glasresonanzen übersetzt. Einzelne Sätze aus dem Roman (deutsch und türkisch) werden selbst zu Objekten des Museums.
Die Aufnahmen entstanden im Juni 2013 während der Gezi-Proteste in Istanbul. Bei der Erstausstrahlung des Stückes waren Aufnahmen von den Protesten als Epilog angehängt. Sie schreiben die Geschichte der westlich orientierten Oberschicht Istanbuls fort. Bei weiteren Ausstrahlungen fiel der Epilog wieder weg.

„Bei der Gestaltung der Vitrinen wurde mir bewusst, dass die Dinge, die ich jahrelang gesammelt und im Roman beschrieben hatte, im Museum eine neue Bedeutung gewannen. Sobald sie in die Vitrinen kamen, redeten sie miteinander und sangen ein neues, ein über den Roman hinausgehendes Lied“. (Orhan Pamuk)